Gemeinde Ellenberg
Freiwillige  Feuerwehr  Ellenberg   
       
             
           
   
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    7. Die Einführung einer Pflichtfeuerwehr      
             
    Das Jahr 1886 bedeutete eine Zäsur innerhalb der Geschichte der Feuerwehr Ellenberg. Die freiwillige Feuerwehr wurde    
    in eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt, worin jeder männliche Einwohner vom 18. bis 50. Lebensjahr Dienst zu leisten
   
    hatte, mit Ausnahme der Gebrechlichen und Kranken.    
    In den Teilgemeinden bestand dieselbe Verpflichtung, jedoch mit dem Unterschied, dass die dortigen Mannschaften ihre    
    Übungen in den betreffenden Orten abzuhalten hatten und nur viermal jährlich zu Hauptproben im Mutterort erscheinen    
    mussten.    
    Ein jeder feuerwehrpflichtige Einwohner, welcher sich von den Übungen befreien lassen wollte, hatte jährlich einen    
    Betrag von 4 Mark zu bezahlen - das war der Anfang der Feuerwehrabgabe, die inzwischen vom    
    Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt und abgeschafft wurde. Ansonsten war von seiner Dienstpflicht    
    nur befreit, wer aufgrund eines ärztlichen Zeugnisses seine Dienstunfähigkeit nachweisen konnte.
   
    Nicht immer gab der Gemeinderat diesen Gesuchen statt, auch wenn ein ärztliches Zeugnis vorlag. Ein Antragsteller    
    wurde 1908 mit der Begründung abgewiesen, dass er "nach seinem körperlichen Aussehen" noch sehr wohl zum    
    Feuerwehrdienst tauglich sei.    
    Insgesamt gab es zu dieser Zeit in der Gesamtgemeinde Ellenberg 115 feuerwehrpflichtige Personen, davon in der    
    Hauptgemeinde 60.    
    Mit der Einführung einer Pflichtfeuerwehr verbunden war eine Erweiterung der Organisation, wie sie für die Koordination    
    einer solch großen Löschmannschaft unentbehrlich war. Laut Beschluss des Gemeinderats und Bürgerausschusses
   
    vom 19. Juni 1886 wurde die Feuerwehr in Ellenberg in folgende Abteilungen aufgegliedert : "
   
           
    Stab :     1 Kommandant mit Helm, Gurten und Hupe    
                 1 Stellvertreter mit Helm, Gurten und Pfeife    
                 1 Hornist mit Helm, Gurten und Horn    
             
    1. Zug :  Steiger und Retter; 1 Zugführer und 12 Mann.    
                 Sämtliche versehen mit Helm, Gurten und gelben Armbändern, außerdem sollen unter dieselben verteilt
   
                 werden 4 Seile, 2 Beile, 1 Axt, 1 Bickel, 3 Laternen, 6 Schlauchschlingen und 4 Pfeifen.    
           
    2. Zug :  Spritzenmannschaft;    
                 1 Zugführer mit Mütze,    
                 1 Spritzenmeister,    
                 1 Stellvertreter und 12 Mann.
   
                 Ausrüstung rotes Armband.    
           
    3. Zug :  Ablöschmannschaft;    
                 1 Zugführer mit Mütze und 10 Mann.    
                 Ausrüstung rotes Armband.    
           
    4. Zug :  Wasserführer, Träger, Schöpfer;    
                 1 Zugführer mit Mütze und 10 Mann.    
                 Ausrüstung blaues Armband.    
             
    5. Zug :  Flüchtungs- und Wachmannschaft;    
                 1 Zugführer mit Mütze und 8 Mann.    
                 Ausrüstung weißes Armband.    
           
    Für den Gemeinderat : Schultheiß Haßler, Weiß, Berhalter, Kohler, Gentner, Klingenmeier, Wettemann, Hammele.    
    Für den Bürgerausschuß : Obmann Pfeifer, Rettenmeier, Nothaker, Lingel, Hammele, Hauber".    
           
    War seither der jeweilige Spritzenmeister, dem die Bedienung der
Feuerspritze von 1908
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    Handfeuerspritze oblag, sozusagen "Chef" der Feuerwehr, so stand nun ein    
    Kommandant an der Spitze, der die Oberaufsicht und das Kommando bei    
    den Löscharbeiten innehatte. Die ersten namentlich erwähnten Kommandanten    
    sind 1896 Zeller und 1909 ein Kommandant Rettenmeier.    
           
    Daneben wird hier zum ersten Mal das Amt des Hornisten erwähnt.    
    Dieser hatte bei Ausbruch eines Brandes durch das Blasen seines Horns die      
    Bevölkerung zu alarmieren. Von 1919 bis 1939 hatte Alfons Weiss sen. dieses Amt inne, von 1939 bis 1955 Eugen Pfeifer.    
    Als dieser 1955 nicht mehr zur Verfügung stand, wurde übergangsweise, bis zum Kauf einer elektrischen Sirene, wieder    
    auf das Sturmläuten mit den Kirchenglocken zurückgegriffen, wenn kein Hornist erreichbar war.    
             
    Die Bestimmungen für eine Pflichtfeuerwehr sollten ein halbes Jahrhundert Geltung haben.    
    Während dieser Zeit war die gesamte männliche Bevölkerung für die Brandbekämpfung zuständig.    
    Darin lagen auch die größten Schwierigkeiten dieser Organisationsform. Es war im Ernstfall sehr schwer, über 100 Mann    
    an den richtigen Ort und zur richtigen Aufgabe einzuteilen und einzusetzen.    
    Des weiteren mußte sich die Gemeinde in dieser Zeit häufig mit Ansprüchen von dienstpflichtigen auseinandersetzen,    
    denen bei Einsätzen Schaden entstanden war. Es handelte sich hierbei um Arztrechnungen, verbrannte Schuhe,    
    beschädigte Kübel oder Entgeld für das Führen von Wasser. Des öfteren wurde hinterher festgestellt, dass diese    
    Ansprüche nur vorgetäuscht waren.
   
             
       
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