Gemeinde Ellenberg
Freiwillige  Feuerwehr  Ellenberg   
       
             
           
   
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    5. Die freiwillige Feuerwehr im 19. Jahrhundert      
             
    Eine entscheidende Verbesserung bei der Brandbekämpfung bedeutete der Umstand, dass es der Gemeinde 1858 gelang,    
    die Mittel für die Anschaffung einer Feuerspritze aufzubringen. Dazu mussten aber noch 100 Gulden bei der Schulpflege    
    als Kredit aufgenommen werden. Es handelte sich hierbei um eine zweistrahlige Fahrfeuerspritze, jedoch ohne    
    Saugeinrichtung. Das Wasser musste oben eingefüllt werden und wurde dann von Hand durch die Rohre gepumpt. Für    
    die Bedienung der neuen Spritze wurde eine Mannschaft von sechs Mann aufgestellt mit einem Spritzenmeister an der    
    Spitze. Als erster Spritzenmeister wurde 1859 der damalige Gemeindepfleger und Schmiedemeister Johannes Pfeifer    
    (1810-1874) bestimmt. Er hatte die Spritze zu reinigen und zu warten, wofür ihm im Jahr 5 Gulden 24 Kreuzer als    
    Entlohnung ausgezahlt wurden. Im Brandfalle sollte er möglichst schnell an Ort und Stelle sein, um "die Spritze beim    
    Gebrauch handzuhaben". Ferner wurden ihm bei einem auswärtigen Brand als Zehrungsvergütung für jede Stunde
   
    3 Kronen aus der Gemeindekasse ausbezahlt. Derjenige, der im vorkommenden Brandfalle das Gespann für die Spritze    
    stellte, wurde mit 2 Gulden entlohnt.    
             
    1862 wurde der Gemeinde von der Aachener-Münchner Feuerversicherungsgesellschaft eine tragbare
   
    Armhandfeuerspritze als Geschenk angeboten, welches die Gemeinde gerne annahm. Des weiteren wurde 1865 für die    
    Nebenorte Georgenstadt und Muckental je eine Armhandspritze angeschafft.    
    Nachfolger Pfeifers als Spritzenmeister wurde 1875 Josef Haßler, Stellvertreter der Wagnermeister Ludwig Wiedmann.    
    Bei seinem Amtsantritt wurde auch beschlossen, eine vierteljährliche Probe abzuhalten, um die Schlagkraft der    
    Feuerwehr zu erhöhen. Dazu wurden namentlich 12 Mann bestimmt, die im Ernstfall als Feuerwehrmänner fungierten.    
    Die zur Probe bestimmten 12 Mann waren : Der Spritzenmeister Josef Haßler, sein Stellvertreter Ludwig Wiedmann,    
    Paul Gentner, Xaver Haßler, Paul Weiß, Johann Pfeifer, Xaver Ebert, Josef Hauber, Josef Berhalter, Melchior Lembeck,    
    Xaver Gentner, Josef Berner.    
             
    Nachdem Josef Haßler 1884 zum Schultheiß gewählt worden war, übernahm Johann Pfeifer (1856-1934), der Sohn des    
    ersten Spritzenmeisters, die Stelle mit einem Gehalt von jährlich 12 Mark. Auch in den folgenden Generationen blieb das    
    Amt des Spritzenmeisters sozusagen in Familienbesitz. Auf Johann Pfeifer folgte 1904 dessen Sohn Josef Pfeifer, dessen    
    Nachfolger wurde 1934 Eugen Pfeifer.    
           
    Die Gründung von freiwilligen Feuerwehren und das Engagement der Bürger in diesen Organisationen ist auch auf einem    
    historisch-politischem Hintergrund zu sehen. Die großen Freiheitsideen und die Hoffnung auf mehr Demokratie waren in    
    der Revolution von 1848 jäh niedergeschlagen worden. So hatten die Vereine und örtlichen Organisationen eine Art    
    Ventilfunktion für das Bestreben der Bürger nach mehr Mitbestimmung. Man wollte die demokratischen Gedanken    
    wenigstens im Kleinen durchsetzen. Die Freiheitsbestrebungen der 1848er Jahre fanden in der Folgezeit ihren Ausdruck    
    neben der Turnbewegung auch in der Bildung von freiwilligen Feuerwehren. Sie unterstützten damit den Drang der    
    Bevölkerung zur demokratischen Selbstständigkeit auf diesem für die Gemeinschaft lebensnotwendigen Gebiet.
   
             
       
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